Heiwit in Brüssel, am Tisch zur Zukunft der europäischen Batterie
Am 11. Juni 2026 sprach Heiwit auf der Debatte des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses über die Zukunft der europäischen Batterieindustrie. Ein Tag, an dem über Wettbewerbsfähigkeit, Energie und Menschen gesprochen wurde – und über die Rolle, die Natrium ’Made in Europe“ für die industrielle Souveränität des Kontinents spielen kann.
Ein Tag, der zählt
Es gibt einen Zeitpunkt, an dem ein Unternehmen nicht mehr nur ein Marktteilnehmer ist, sondern Teil einer größeren Konversation wird. Für Heiwit kam dieser Zeitpunkt am 11. Juni 2026 in Brüssel am Tisch des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) während der Debatte “Die Zukunft der europäischen Batterieindustrie”.
Der CEO von Heiwit wurde eingeladen, im Panel zu sitzen “Von der Strategie zur Skalierung” – “Von der Strategie zur Skalierung” – neben anderen Branchenakteuren, um eine alles andere als selbstverständliche Frage zu beantworten: Wie verwandelt Europa seine Ambitionen im Bereich Batterien in echte industrielle Führung, und wie geschieht dies in den nächsten zwei bis drei Jahren?
Für ein junges italienisches Unternehmen, das Natrium-Ionen-Speichersysteme entwickelt und produziert, ist es kein Nebenaspekt, seine Stimme an diesem Ort einbringen zu dürfen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die europäische Energiewende nicht nur in den großen Gigafactories der Automobilindustrie stattfindet, sondern auch – und vielleicht vor allem – in den Entscheidungen derjenigen, die Produkte für Haushalte und Unternehmen auf dem Kontinent entwickeln.
Der richtige Moment, die richtige Frage
Die Debatte fand in einer besonderen Woche statt. Wenige Tage zuvor hatte die Europäische Kommission formell die Akku-Booster-Anlage: bis zu 1,5 Milliarden Euro zinslose Darlehen zur Unterstützung europäischer Zellenhersteller in der heiklen Startphase der Produktion, zuzüglich 300 Millionen Euro für kritische Rohstoffe. Eine wichtige Maßnahme, die den Industrial Accelerator Act und die ersten Forderungen nach “Made in Europe”-Komponenten bei öffentlichen Ausschreibungen ergänzt.
Der Kontext spricht übrigens eine deutliche Sprache: Über 80% der weltweiten Batterieproduktionskapazität konzentriert sich heute auf China, und im Jahr 2024 hat Europa Dutzende Milliarden Euro für Batterien ausgegeben, die zum allergrößten Teil importiert wurden. Zudem sind in den letzten achtzehn Monaten auf dem Kontinent Hunderte von Gigawattstunden an geplanter Produktionskapazität verloren gegangen, was auf verschobene Projekte und eine schwächer als erwartet ausgefallene Nachfrage nach Elektroautos zurückzuführen ist.
Die neuen europäischen Maßnahmen sind vor allem für große Zellfabriken für Elektroautos gedacht – Anlagen mit mindestens 10 GWh, oft der “erste Standort” einiger großer Konzerne. Und gerade hier hat die Debatte in Brüssel die interessanteste Frage aufgeworfen, auf die auch durch die Moderation hingewiesen wurde: Sollte die europäische Strategie über das Elektroauto hinausgehen und Platz für alternative Chemikalien wie Natrium schaffen? Zwei Themen, die für Heiwit wie Musik in den Ohren klingen.
“Die dringendste Maßnahme? Die Menschen”
Als Heiwit gefragt wurde, welche dringlichste Massnahme Europa ergreifen müsse, überraschte er das Publikum mit einer alles andere als technischen Antwort.
“Die Probleme, die wir normalerweise erwähnen – Kapital, Rohstoffe, Lieferketten – sind wichtig, aber lösbar. Europa wird das Geld finden und die Lieferketten aufbauen. Was mir am meisten Sorge bereitet und woran fast niemand arbeitet, sind die Menschen.”
Der Punkt ist einfach und tiefgründig: Wir können die am stärksten automatisierte Batteriefabrik Europas bauen, aber wir brauchen trotzdem eine Generation, die Wille arbeit in der fortgeschrittenen Fertigung. Und zwanzig Jahre lang wurde jungen Menschen gesagt, das Ziel sei die Bürotätigkeit – genau die Art von Arbeit, die die künstliche Intelligenz zuerst übernehmen wird. Die Arbeit, die nicht verschwinden wird, ist die, die reale Dinge baut und instand hält: Anlagen, Fabriken, Batterien. Die Industriearbeit wieder wünschenswert zu machen, durch Ausbildung und Lehre, ist vielleicht die dringendste Herausforderung der nächsten Jahre. “Wenn wir sie gut meistern”, fügte er hinzu, “wird ein aufkommendes Problem unser größter Wettbewerbsvorteil. Wenn wir sie verfehlen, werden wir mit Gigafactories dastehen, und niemand wird sie zum Laufen bringen können.”
Produktion in Europa ist rentabler als man denkt
Heiwits zweite Nachricht entkräftete einen Gemeinplatz: die Vorstellung, dass die Produktion in Europa zwangsläufig zu teuer sei.
“In unseren Werken kostet uns eine fertige Batterie etwa 10% mehr als in China. Das ist keine unüberwindbare Hürde. Und vor allem: Diese 10% stecken nicht in der Zelle.”
Heiwit ist ein Systemintegrator, kein Zellenhersteller. Die Zelle ist für uns eine Ware: Wir kaufen sie zum globalen Marktpreis und bauen die Batterie, die Elektronik und die Software darum herum. Das bedeutet, dass die Kostendifferenz nicht bei der Zelle liegt – die überall mehr oder weniger gleich viel kostet –, sondern bei Energie, Arbeit und Kapital. Drei Posten, bei denen Europa wirklich eingreifen kann. Die Arbeitskosten zum Beispiel wiegen immer weniger: Die Löhne in der chinesischen Industrie haben sich in zehn Jahren etwa verdreifacht und steigen weiter, während sie in Europa stagnierten; und die Automatisierung, in der der Kontinent hervorragend ist, reduziert diese Komponente weiter.
Von hier aus ergeben sich die konkreten Bedingungen, die Heiwit genannt hat. Erstens: ein echter europäischer Zellhersteller – denn an dem Tag, an dem es ihn geben wird, sind Integratoren wie Heiwit bereit, die gesamte Produktion aufzukaufen und damit die Nachfrage zu garantieren, die eine Anlage finanzierbar macht. Zweitens: erschwingliche und stabile Energie. Drittens: öffentliche Unterstützung für die ersten Produktionslinien, bis die Stückzahlen sie rentabel machen.
Energie und stabile Regeln: Die Perspektive von Investoren
Die dritte Frage befasste sich mit einem Thema, das Heiwit auch aus der Perspektive der Kapitalbeschaffung gut kennt: Wie wichtig sind Energiepreise und die Vorhersehbarkeit von Regeln für Investoren?
“Investoren brauchen nicht das billigste Land. Sie brauchen ein stabiles Land. Mit bekannten Energiekosten und bekannten Regeln kann man einen Zehnjahresplan erstellen. Mit Regeln, die sich alle achtzehn Monate ändern, nicht.”
Strom ist ein realer Kostenfaktor bei der Zellproduktion: Heute zahlt die europäische Industrie für Strom etwa zweieinhalbmal so viel wie China, ein Unterschied, der sich bei großen energieintensiven Verbrauchern abschwächt, aber nicht verschwindet. Doch, so erklärte Heiwit, das eigentliche Hindernis sei die Unsicherheit: Jedes Mal, wenn sich die Regeln ändern, übersetzt der Investor dies in Risiko, die Geldkosten steigen und ein Projekt, das starten sollte, stockt. Dies ist ein Punkt, dem ein Großteil der europäischen Industrie zustimmt: Einmalige Maßnahmen, so willkommen sie auch sein mögen, reichen nicht aus; es bedarf einer stabilen und mehrjährigen Unterstützung. Heiwits Forderung ist einfach – klare und dauerhafte Regeln für Energie und Anreize –, denn sie sind mehr wert als jeder isolierte Beitrag: Sie machen Geld für alle, die sich entscheiden, hier zu bauen, billiger.
Natrium, eine europäische Wahl
Hinter diesen Positionen steht eine präzise Produktvision. Heiwit hat die erste in Europa zertifizierte (CE und TÜV SÜD) Haushaltsbatterie auf Natriumbasis entwickelt, die in Italien entwickelt und montiert wurde. Eine Technologie, die sich im Gegensatz zu Lithium weder Lithium noch Kobalt verwendet, keinen thermischen Durchgeh-Effekten unterliegt, auch bei Kälte gut funktioniert, hochgradig recycelbar ist und sicher transportiert und gelagert werden kann, selbst bei Null Volt.
Es ist auch eine sich entwickelnde Technologie. Nach den ersten Schichtoxid-Zellen arbeitet Heiwit mit polyanionischen Zellen: etwas schwerer und mit geringerer Energiedichte, aber deutlich sicherer und langlebiger. Für eine Batterie, die an einer Wand und nicht in einem Auto hängt, ist dies der richtige Kompromiss – die Bestätigung, dass Europa nicht unbedingt bei der ’dichtesten“ Zelle gewinnen muss, sondern mit der richtigen Zelle für jeden Einsatz gewinnen kann. Abgerundet wird das System durch die intelligente Managementsoftware. KI-Pflege, was den Eigenverbrauch und die Überwachung der Anlagen optimiert.
Natrium ist letztlich auch die “europäischste” Chemie, die man sich vorstellen kann: reichlich vorhandene Materialien, keine Abhängigkeit von den Lithium- und Kobaltlieferketten, eine Lieferkette, die der Kontinent wirklich kontrollieren kann. Deshalb ist es nicht nur eine Alternative, sondern ein konkreter Ausgangspunkt für europäische industrielle Souveränität.
Was bringen wir aus Brüssel mit nach Hause
Heiwit ging aus der Debatte mit einer gestärkten Überzeugung hervor: Europa kann eine eigene Batterieindustrie aufbauen, und Natrium ist der richtige Ausgangspunkt dafür. Doch dafür sind drei Dinge gemeinsam erforderlich – wettbewerbsfähige Energie, stabile Rahmenbedingungen und, ja, Menschen, die sich für die Fertigung entscheiden. Ein Großteil dieser berühmten 10%-Lücke liegt nicht in der Technologie: Sie liegt in den Händen der europäischen Politik.
Für ein junges Unternehmen aus Varese war es eine Ehre und eine Verantwortung, an diesem Tisch zu sitzen. Und eine Erinnerung daran, warum wir diese Arbeit machen: jeden Tag zu beweisen, dass man in Europa eine sichere, nachhaltige und wirklich "made in Italy"-Batterie herstellen kann – und dass die Zukunft der Energiespeicherung auch unsere Sprache sprechen kann.
